Bauten der Moderne in Gera. Thilo Schoder und Kollegen.

In kaum einer anderen Stadt in Thüringen dominieren so viele Bauten der Moderne das Stadtbild wie in Gera. Neben Thilo Schoder schufen Hans Brandt, Hans Hertlein, Paul Schraps, Heinrich Drechsel und andere öffentliche Gebäude, Fabriken und Wohnhäuser. In der Ausstellung „Thilo Schoder und Kollegen. Bauten der Moderne in Gera“ werden exemplarische Bauten und ihre Architekten mit genauen Beschreibungen der Außen- und Innengestaltung, Leben und Werk anhand von Texten, historischen Aufnahmen und Fotos der heutigen Situation vorgestellt. Möbelentwürfe, Glas, Porzellan, Keramik und textile Ausstattungsstoffe vermitteln ein umfassendes Bild von den Reformideen der 1920er Jahre.

 

Im Zentrum der Exposition steht der Künstler-Architekt Thilo Schoder. Er erschloss sich nach dem Ersten Weltkrieg schnell einen eigenen Wirkungsraum vor allem in der aufstrebenden Industriestadt Gera. Ganz im Sinne seines Meisters Henry van de Velde betrachtete er seine Bauten als Gesamtkunstwerk, bei dem die Innenarchitektur genauso wichtig ist wie die Außenform. Entsprechend arbeiteten in seinem Büro Architekten, Designer, Bauleiter und Zeichner zusammen. Wie nahe sich seine Architekturauffassungen und das Bauhaus waren, zeigt der Eintritt seines leitenden Architekten Otto Meyer-Ottens, ebenfalls Schüler von van de Velde, in das Baubüro von Walter Gropius 1926. Unser Sehnen ist die Wohnung als Einheit, die den Menschen als Einheit zur Folge haben muss. Eine Synthese von technischer Tüchtigkeit und schöpferischem Können muss gefunden werden, um das zu erreichen, was unsere Vorstellung erfüllt als Wohnungskultur, schreibt Schoder in einem Zeitungsartikel 1927.

Kuratorin des Projektes und Autorin des Textes Doris Weilandt

 

Ausstellungsdauer: 3.Juli. – 22.September 2019

 

Museum Schoderzimmer
Haus Sparmberg