Museum für Angewandte Kunst Gera

Um 1760 als Wohn- und Geschäftshaus erbaut, blieb das Ferbersche Haus vom großen Stadtbrand 1780 nicht verschont, wurde aber bereits zwischen 1783 und 1786 mit der klassizistischen Fassade und einem Rokokoaufsatz über dem Portal wieder aufgebaut.
Moritz Rudolph Ferber (1805 – 1875), Kaufmann und bedeutender Mineraloge, bewohnte mit den Familien seiner drei Söhne diese Bürgerhausanlage, die er 1843 erwarb. Der Textilfabrikant gehörte zu den wohlhabendsten und einflussreichsten Geraer Bürgern. Durch seine naturwissenschaftlichen Forschungen wurde er 1872 Präsident der von Goethe und Lenz gegründeten “Großherzoglichen Societät für die gesamte Mineralogie” in Jena und ein Jahr später Dr. phil. hc. an der Jenaer Universität. Die weltoffene, kunstinteressierte Familie war sozial engagiert und religiös. Gastfreundlich pflegte sie einen engen Kontakt zur geistigen, wirtschaftlichen und kulturellen Oberschicht und zur Nachbarschaft. 
Nach dem Tode Moritz Rudolph Ferbers wurden die Räume der 1. Etage beider Gebäudeteile im historisierenden Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts architektonisch völlig umgestaltet. Augenfällig sind besonders die reichen Stuckdecken mit farbigen und vergoldeten Fassungen, die in einigen Fällen nach 1895 überarbeitet worden waren.
Im Zuge der Umgestaltung der Geraer Innenstadt erhielt das attraktive Bürgerhaus ab 1984 seine neue Bestimmung zunächst als Museum für Kunsthandwerk und seit 1990 als Museum für Angewandte Kunst Gera.

Mit ca.100.000 Exponaten beherbergt das Museum für Angewandte Kunst Gera eine der umfangreichsten und qualitätsvollsten Sammlungen zu Themen der Angewandten Kunst in Thüringen.
Sie beruhen auf Ankäufen mit Unterstützung des Landes Thüringen, verschiedener Institutionen sowie privater Sponsoren. Zahlreiche Bürger, Kunstsammler und Künstler engagieren sich durch Schenkungen oder Dauerleihgaben. Damit tragen sie nachhaltig zur Erweiterung der Bestände und Bewahrung kulturellen Erbes bei.

Zu den profilbestimmenden Sammlungsschwerpunkten gehören die Alltagskultur des 20. Jahrhunderts, Kunsthandwerk, Keramik des 20. und 21. Jahrhunderts, DDR-Grafikdesign sowie Fotografie.